Blog

14.05.2024    🎬 2

 

Präsent und Selbstsicher:
Tipps für souveränes Auftreten
 

 
Jetzt Butter bei die Fische: Wie wird man präsent?
Hier sind konkrete Schritte, um im Schnelldurchlauf das eigene Auftreten zu stärken:


1.     Körper 
Steh fest auf beiden Beinen, atme tief ein und aus, spüre den Kontakt zwischen Füßen und Boden und lächle. Eine aufrechte Körperhaltung verleiht Kraft, Sicherheit, Klarheit und Standfestigkeit von innen und außen. Finde eine mentale Vorstellung, die dich aufrichtet und fokussiert. Zum Beispiel: 

  • Stell dir vor, ein unsichtbarer Faden zieht dich in der Mitte des Kopfes in die Höhe. 

Oder 

  • dir wachsen aus dem Rücken, an der Stelle der Schulterblätter, zwei riesige Engelsflügel. 
  • Ein schönes Bild, von meinem Chorleiter im Kinderchor, um uns aufgeregten Kindern einen stabilen Stand beizubringen, war: Denkt daran, wie ihr zwei volle, schwere Wassereimer in euren Händen haltet. 

 
2.     Stimme 
Einfluss auf die Stimme haben neben deiner Körperhaltung, die Atmung, die Zunge, der Kiefer, das Zwerchfell und die Stimmung. Deshalb ist es hilfreich diese Komponenten zu lockern, zu erwärmen und in eine positive Grundhaltung zu kommen. Zum Beispiel so: 

  • Abklopfen und ausschütteln des Körpers. 
  • Taste mit deiner Zunge alle deine Zähne einzeln ab, von außen und innen. 
  • Massiere deinen Kiefer, dabei kannst du vor dich hin summen und einen imaginären Kaugummi kauen. 
  • Und dann: Atmen! Tief ein, tief aus. Unterstützend kannst du deine Hand auf den Bauch legen. 
  • Dann schließ die Augen und denke an deine Lieblingsleckerei und sage laut „mmmmhmmmm“, in meinem Fall: „Tiiiraamisuuuuu“. 
  • Oder du stellst dir vor, mit einer Person zu telefonieren, die sehr viel berichtet und du nur zu einem „mhm, aha, ja, ja, ahja, ok, mmh, aah, ooh“ kommst. 
  • Diese Stimme, die in der Brust resoniert und die Lippen vibrieren lässt, ist deine Sprechstimme. In der Regel ist sie etwas tiefer und vibrierender als die gewohnte Stimmlage. Wenn du diese verwendest, überlastest du deine Stimmbänder nicht und es ist angenehm dir zu zuhören. 

 
3.     Und jetzt? 
Probiere diese Techniken aus und sieh, was passiert. Sobald du dich sicher fühlst, tritt auf, sprich an, halte Blickkontakt und sei präsent.  
Ich bin gespannt darauf, deine Erfahrungen zu hören. Teile gerne mit, wie sich diese Übungen auf deine Ausstrahlung und Stimmung auswirken und wie du sie in verschiedenen Situationen anwendest. 


Workshop anfragen

16.04.2024    🎬 1

Präsent und charmant: 
Die Kunst der Ausstrahlung


„Eine Portion Ausstrahlung, Selbstbewusstsein, Charme, Souveränität und Schlagfertigkeit bitte.“ 

In meinem ersten Blogbeitrag geht es um diese Themen, die ich unter dem Begriff Präsenz zusammenfasse. Präsent sein, bedeutet für mich wach, interessiert, sicher und offen sein - mit einer feinen Prise „sich selbst nicht so ernst nehmen“. 

Vor anderen sprechen, einen Vortrag halten, in eine neue Situation kommen oder die eigene Position vertreten, sind Herausforderungen, die nicht jeder und jedem leichtfallen. Auch mir nicht und doch gab es in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn Situationen, in denen mir im Nachhinein gespiegelt wurde, „sicher und in mir ruhend“ gewirkt zu haben. Dabei handelte es sich um Momente, in denen mein Kopf nicht gegrübelt und hinterfragt hat, ob das gerade gut genug, richtig oder klug ist. Hier war meine kleine, hyperaktive, innere Kritikerin verstummt und hatte aufgehört zu plappern. Ich hatte keine weiteren Gedanken, sondern war ganz im Moment, wach und offen. Wie kann ich, nicht nur „aus Versehen“, sondern bewusst und mit voller Absicht präsent sein? Das ist trainierbar:


1.     Hot stuff

Meine erste Assoziation zum Thema „wie wirke ich bewusst sicher, wach und offen“  ist eine Erinnerung an mein Theaterwissenschaftsstudium: an den „heißen“ und den „kalten“ Schauspieler (ja, es waren nur Männers). Im 18. Jahrhundert war der „kalte Schauspieler“ im Trend. Kalt bedeutet in diesem Fall, dass er die Gefühle der darzustellenden Figur ausschließlich spielte, anstatt sie zu fühlen. Er tat so, als wäre er traurig, wütend oder freudig, war es in Wirklichkeit jedoch nicht. Das Gegenmodell ist der „heiße Schauspieler“. Dieser versetzte sich so sehr in eine Figur hinein, dass er die Gefühle der Figuren selbst fühlte. 

Es wurde diskutiert, welcher der bessere Schauspieler ist. Dann kam Lessing, der die physisch-psychische-Wechselwirkung beschrieb und in etwa sagte: „Wenn du lange genug ein Gefühl spielst, entsteht es auch wirklich.“ Damit beendete er den Streit und schenkte uns eine Anregung zum Ausprobieren. 

Was passiert, wenn ich lange genug sicher, präsent und durchsetzungsstark spiele? 


2.     Schritte zu einer charismatischen Ausstrahlung

Für mich geht es bei Präsenz um das „Hier und Jetzt“, um den Moment. Und das ist es auch schon: einfach im Moment sein und gut wirken. Kleiner Spaß, einfach ist das natürlich nicht und doch kann es geübt werden. Präsenz verleiht Personen eine schwer beschreibbare, coole Energie. Besonders aufgefallen ist mir das zuletzt bei einem Impro-Workshop mit Wissenschaftlerinnen. Immer dann, wenn die Frauen von ihrem Forschungsthema sprachen oder ein Thema im Workshop ganz genau verstehen wollten, flammte diese Energie in Form von Präsenz auf. Ich spürte die Begeisterung für das Fachgebiet und ihre Lust, etwas dazuzulernen.

Um Präsenz zu lernen, braucht es Mut zum Imperfekten und Freude am Ausprobieren. In diesem Workshop haben wir genau damit gespielt und die Frauen haben erfahren, wie es ist, unvorbereitet vor einer Gruppe aufzutreten und dabei eine gute Wirkung zu haben. Im Nachhinein gab mir eine Teilnehmerin das pathetische Feedback: „du hast mein Leben verändert“, denn ihre Vorlesungen halte sie jetzt bewusster und sie hätte das Verständnis entwickelt, dass diese beginnen, sobald sie den Hörsaal betritt. Damit ist ein wichtiger Schritt getan: allein durch die Reflektion der eigenen Wirkung, ist ein Bewusstsein gewonnen und das Ausprobieren kann auf dem nächsten Level weitergehen. 


3.     Eine Frage der Haltung

In der Welt des Improvisationstheaters spielen drei Grundhaltungen eine entscheidende Rolle: „Yes, and...“, „Let your partner shine“ und „Fail Forward“. Diese können helfen Präsenz zu üben und die eigene Ausstrahlung zu stärken. Improvisationstheater ist eine Theaterform, in der Szenen und Geschichten, unmittelbar in dem Moment, in dem sie aufgeführt werden, entstehen. Aus dem Stehgreif werden Szenen erfunden und gespielt, eine nicht replizierbare Szene nur für den Moment entsteht. 

Für mich sind diese drei Grundhaltungen zentral:

  • „Yes, and…“, meint Spielangebote annehmen und weiterentwickeln, anstatt sie mit einem „Ja, aber…“ abzublocken. Dafür ist es wichtig, den anderen Spielenden zuzuhören und genau zu beobachten, sodass die Spielangebote erkannt und dann ergänzt werden können.
  • Die zweite Haltung ist: „Let your partner shine“. Es geht beim Improtheater nicht um mich, sondern um meine:n Partner:in und darum, diese:n strahlen zu lassen. Ich entwickle die Angebote meiner Partner:innen weiter, damit diese:r gut aussieht und die Szene nicht hakt.
  • ...dennoch gibt es Szenen, bei denen das nicht funktioniert und dann greift Haltung Nummer drei: „Fail Forward“. Scheitern gehört zum Impro dazu und dabei entsteht, oft sogar, etwas, was die Situation voranbringt.


Grundsätzlich gilt für mich zudem: hab Spaß und folge dem, was Freude macht und spannend ist. Der Fokus und damit das Bewusstsein ist dort, wo die Aufmerksamkeit ist und wenn diese wiederum beim Spaß ist, ist doch alles chic. 

Diese Grundhaltungen sind für mich eine Anleitung und Ermutigung mit Freude auszuprobieren, Neues zu Entdecken und sich so die Portion Ausstrahlung, Selbstbewusstsein, Charme, Souveränität und Schlagfertigkeit zu gönnen.


Präsenz to go:

  • Ausprobieren! Spiel doch mal bewusst präsent, vielleicht bist du es dann, frei nach Lessing, auch wirklich.
  • Das Bewusstsein über die eigene Wirkung kann die eigene Präsenz verbessern.
  • Die Grundhaltungen des Improvisationstheaters sind nicht nur für die Bühne relevant, sondern können auch im Alltag angewendet werden.


Wie so vieles ist Präsenz Übungssache. Niemand ist plötzlich präsent und scheitert heiter. Deshalb möchte ich jede:n ermutigen, sich „einfach“ mal auszuprobieren, mal einen anderen Fokus zu wählen, oder mit der Option des Scheiterns in ein Gespräch zu gehen, vielleicht ja sogar mit dem Ziel. 

Und damit veröffentliche ich jetzt einfach meinen ersten Blogbeitrag. Gib mir gerne als Nachricht oder via LinkedIN eine Rückmeldung, welche Gedanken dir beim Lesen kamen, wie du zu Präsenz stehst oder wann du mal etwas Imperfektes gemacht hast.

Workshop anfragen